Und was ist wirklich wichtig?
Jetzt soll nicht etwas Moralisches, Ethisches, Religiöses oder traditionell Normatives angeboten werden. Allerdings ist die normative Komponente schon in der Frage enthalten. Vielleicht geht es um Folgendes: Der Leser/ die Leserin wird aufgefordert, für sich die Frage zu beantworten und die Konsequenzen für sein/ihr Arbeitsgebiet zu überdenken. Der Autor geht als Vorbild voran, doch es gibt andere Modelle ...
Das Wichtige:
1. Hunderte Millionen von Menschen leben und sterben in einer Weise, die nach den Menschenrechten und anderen Humanitätsvorstellungen eindeutig als negativ zu bezeichnen sind (Hunger etc.). Vgl. Thomas Pogge.
2. Es bestehen globale und lokale gravierende Umweltprobleme: globale Erwärmung, Energie, Wasser etc.
3. Die derzeitigen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Ordnungssysteme haben gravierende Schwächen (Demokratisierung, Transformation etc.)
Diese Erkenntnisse erscheinen gebildeten Menschen wahrscheinlich trivial. Doch ihre Anwendung auf die eigenen Arbeits- und Kommunikationsverhältnisse ist weder trivial noch einfach durchzuführen.
Wenn ich mein zentrales Arbeitsgebiet Thanatologie betrachte, dann kann ich feststellen, dass diese drei bedeutsamen Aspekte vernachlässigt werden, ja sie tauchen meist überhaupt nicht auf. Übrigens gilt dies auch für die beiden anderen auf dieser Homepage vertretenen Disziplinen, Soziologie und Erziehungswissenschaft, für die Soziologie allerdings in eingeschränktem Maße. Auch aus diesem Grund sind die deutschsprachigen Lehrbücher in der Soziologie und Erziehungswissenschaft nicht empfehlenswert. Mein Buch "Soziologie kompakt" ist in dieser Hinsicht ein wenig besser als die anderen Lehrbücher der Soziologie, aber nicht gut genug.
Doch hier will ich bei der Thanatologie und Suizidologie verbleiben. Sowohl in der Theoriebildung als auch in der Mainstream-Forschung der Thanatologie fehlt es an Rahmenreflexion und an einem Interesse an dem tatsächlichen Sterben und Denken der Menschen. Mittelmäßige Theorie, gelenkte Forschung und provinzielle Praxis gehen Hand in Hand. Sollte der Ausbau von Hospizen, Palliativstationen und traditionellen Suizidpräventionsinstitutionen oberste Priorität haben, oder wäre es zum Erreichen der wichtigen Ziele geboten, stattdessen ...? In den von mir verfassten Texten gibt es - keineswegs zureichende - Versuche, das Feld für das Einbeziehen der wichtigen Themen vorzubereiten, z.B.
Diskussion über Lebensmehrung, Lebensminderung und Töten.
Psychisches und soziales Leben und Sterben werden stärker in der Thanatologie einbezogen.
Zur Anregung empfehle ich: Kellehear, A. 2007. A social history of dying.
Das Wichtige:
1. Hunderte Millionen von Menschen leben und sterben in einer Weise, die nach den Menschenrechten und anderen Humanitätsvorstellungen eindeutig als negativ zu bezeichnen sind (Hunger etc.). Vgl. Thomas Pogge.
2. Es bestehen globale und lokale gravierende Umweltprobleme: globale Erwärmung, Energie, Wasser etc.
3. Die derzeitigen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Ordnungssysteme haben gravierende Schwächen (Demokratisierung, Transformation etc.)
Diese Erkenntnisse erscheinen gebildeten Menschen wahrscheinlich trivial. Doch ihre Anwendung auf die eigenen Arbeits- und Kommunikationsverhältnisse ist weder trivial noch einfach durchzuführen.
Wenn ich mein zentrales Arbeitsgebiet Thanatologie betrachte, dann kann ich feststellen, dass diese drei bedeutsamen Aspekte vernachlässigt werden, ja sie tauchen meist überhaupt nicht auf. Übrigens gilt dies auch für die beiden anderen auf dieser Homepage vertretenen Disziplinen, Soziologie und Erziehungswissenschaft, für die Soziologie allerdings in eingeschränktem Maße. Auch aus diesem Grund sind die deutschsprachigen Lehrbücher in der Soziologie und Erziehungswissenschaft nicht empfehlenswert. Mein Buch "Soziologie kompakt" ist in dieser Hinsicht ein wenig besser als die anderen Lehrbücher der Soziologie, aber nicht gut genug.
Doch hier will ich bei der Thanatologie und Suizidologie verbleiben. Sowohl in der Theoriebildung als auch in der Mainstream-Forschung der Thanatologie fehlt es an Rahmenreflexion und an einem Interesse an dem tatsächlichen Sterben und Denken der Menschen. Mittelmäßige Theorie, gelenkte Forschung und provinzielle Praxis gehen Hand in Hand. Sollte der Ausbau von Hospizen, Palliativstationen und traditionellen Suizidpräventionsinstitutionen oberste Priorität haben, oder wäre es zum Erreichen der wichtigen Ziele geboten, stattdessen ...? In den von mir verfassten Texten gibt es - keineswegs zureichende - Versuche, das Feld für das Einbeziehen der wichtigen Themen vorzubereiten, z.B.
Diskussion über Lebensmehrung, Lebensminderung und Töten.
Psychisches und soziales Leben und Sterben werden stärker in der Thanatologie einbezogen.
Zur Anregung empfehle ich: Kellehear, A. 2007. A social history of dying.